Hallensia-Quartett spielte im Festsaal des Stadthauses von Oulu  >
< Edler Klang und Ausdruck
  • erschienen am: 29.01.2003
  • um 22:20 Uhr Alter: 17 yrs
  • in: Kategorie: Mitteldeutsche Zeitung
  • Musik mit viel Witz und Ironie

    Dritte Kammermusik der Philharmonie im Händel-Haus


    Ideenreich und amüsant verlief im Händel-Haus die dritte Kammermusik der Philharmonie. Das Hallensia Quartett bewegte sich dabei nicht in den Gefilden hehrer Kunst, sondern zeigte, wie Komponisten ironisch oder auch bissig geistlose Musik, fehlerhaft aufspielende Musiker und anspruchslosen Publikumsgeschmack attackierten.

    Paul Hindemith nahm in seinem "Minimax" gängige Kaffeehausmusik aufs Korn, wie abgedroschene Ouvertüren oder schmalzige Walzerseeligkeit. Dazu gehörte auch als Kabinettsstück die Nachahmung von Piccoloflöten durch Flageolett-Töne der Geigen sowie der bayerisch aufgemachte "Alte Karbonaden-Marsch". Absichtlich falsche Töne und eingestreute Aha-Erlebnisse hervorrufende berühmte Motive (Verdi, Beethoven) schärften den Witz.

    Schon Mozart hatte ein solches Werk, das "Dorfmusikantensextett" geschaffen. Primitive Kompositionsstrukturen, herrlich falsche Horntöne erheiterten das Publikum. Anton Rázek hatte sich Haydns vielleicht bekannteste Melodie, die heutige Nationalhymne vorgenommen und sie in Variationen witzig nach böhmischer, polnischer, italienischer und ungarischer Folklore verfremdet. Drei Divertimenti von Benjamin Britten lenkten die Vorstellungskraft der Hörer auf groteske Tanzszenen.